Bioshock Infinite – Fazit

Aus Angst davor gespoilert zu werden, bevor ich mir Bioshock Infinite (BSI) irgendwann mal im Steam Deal kaufe, habe ich mir einen Key für gut 30€ gekauft und es doch schon 2 Wochen nach Release gespielt.
Meine Bioshock Vorgeschichte ist die, dass ich Bioshock 1 durchgespielt, mich aber doch etwas über das Ende geärgert habe. So bekam ich das schlechte Ende präsentiert, obwohl ich nur 1 oder 2 little sister ausgebeutet hatte und den Rest befreite. Dann habe ich Teil 2 angefangen und ihn nach ca. 2 Stunden abgebrochen. Zum einen weil ich kein Freund von ausschweifenden Höhlen, Dungeons und geschlossenen Level jeglicher Art bin (Dragonage Origin habe ich wegen der Zwergen Minen abgebrochen) und ich wohl von BS1 in der Beziehung noch zu satt war, zum anderen weil ich es völlig gaga fand einen Big Daddy zu spielen. Teil 1 fand ich aber trotz des Endes ein tolles Spiel und somit war klar, dass ich irgendwann mal BSI spielen muss. Vor allem weil mir die grafische Umsetzung schon auf den Screenshots extrem gut gefallen hat.
Jetzt habe ich es also in ~12 Stunden durchgespielt und bin doch sehr begeistert davon. In die uneingeschränkten Lobeshymnen möchte ich trotzdem nicht einstimmen, denn es gibt da ein paar Dinge, die ich nicht so ganz optimal fand. Aber dazu später mehr, jetzt erst mal die positiven Dinge.

Bioshock ist das wohl stylischte Spiel, was ich je gesehen habe. Die Level sind so detailiert und wunderschön gebaut und koloriert, dass es schon fast weh tut. Das Artdesign ist ein Traum und die Level sind wahnsinnig abwechslungsreich aufgebaut. Ich habe ~180 Screenshots gemacht (wegen Spoiler aber keinen einzigen bei Steam hochgeladen), was bei mir immer ein guter Indikator dafür ist, wie gut mir ein Spiel grafisch gefällt. Dabei spreche ich aber von dem Gesamteindruck, den ein Spiel hinterlässt. Aus rein technischischer Sicht ist BSI nicht auf Augenhöhe mit einem Crysis 3 oder Battlefield 3. Das schadet aber dem Gesamteindruck nicht.

Die reinen Shooter-Mechaniken funkionieren auch wunderbar. Sowohl Waffen als auch Vigors, welche vergleichbar mit den Plasmiden in BS1 sind, funktionieren super und geben einem ein absolut super Trefferfeedback. Einzig die Steuerung an sich ist etwas schwammig. Da kann es mit der wahnsinnig direkten Steuerung eines CoD oder Quake3 nicht mithalten. Ich habe bis zum Schluss immer wieder mal leichte Änderungen an den Einstellungen für Mausgeschwindigkeit und – beschleunigung und der Abtastrate meiner Maus selbst vorgenommen. Doch bis zum Schluss war ich nie wirklich 100% zufrieden mit dem Ergebnis, auch wenn ich mich nach 1-2 Stunden grundsätzlich daran gewöhnt hatte und damit auch klar kam.

Die Plasmide, bzw. in diesem Fall Vigors, wurden in BSI etwas zurück gefahren. 8 Stück hat man zur Auswahl, die jeweils noch um zwei Stufen verbessert werden können, wovon man sich zwei Vigors auf eine Schnellwechsel-Taste legen kann. Im Gegenstaz zu BS1 kann man diese aber jederzeit ändern, ohne dazu an einen speziellen Automaten zu müssen. Hält man die Schnellwechseltaste gedrückt, pausiert das Spiel, es öffnet sich ein Kreismenü und man hat Zugriff auf alle 8 Vigos. Die dumme Beschränkung der Plasmide von BS1 ist somit aufgehoben, was ich sehr gut finde, läd es doch zum experimentieren ein. Wobei viel zu experimentieren gibt es nicht. Man hat zwar einen Wasserzauber und man hat einen Blitzzauber, wer angesichts dessen aber hofft er könnte irgendwo Pfützen hinwerfen und diese dann unter Strom setzen, wird leider enttäuscht. Die Vigos haben grundsätzlich keine Auswirkungen aufeinander.
Meine Lieblings Vigos waren anfangs die Krähen und der Feuerzauber. Doch schon früh löste der Blitzbauber das Feuer ab, weil der mit Stufe 3 Ketten bildet. Zum Ende hin habe ich dann anstatt der Krähen das Wasser genommen, weil man damit so schön Gegner irgendwo runterschubsen kann.

Bei den Waffen kackt BSI aber ab. Ja, das Trefferfeadback ist toll und die Waffensounds sind super, aber warum zum Geier kann ich jetzt plötzlich nur noch zwei Waffen gleichzeitig mitnehmen? Mehr als einmal war mein Karabiner und mein Snipergewehr leer und das einzige was in der Gegend rumlag waren MGs, die gegen gepanzerte Gegner recht wirkungslos sind. In BS1 habe ich auch vorwiegend mit 2-3 Waffen gespielt, aber da hatte ich immer noch eine stattliche Auswahl, wenn mir mal die Munition ausgegangen ist. Wobei ein Vorteil hat die Sache schon… man setzt viel mehr auf Vigors (aka Plasmide ^^) als noch in BS1. Der große Nachteil ist halt, ich habe 98% des Spiels mit dem Karabiner durchgespielt und als Zweitwaffe für entfernte Gegner das Sniper dabei gehabt. Ca. 75% der Waffen habe ich nicht ein einziges Mal benutzt!

Kommen wir zur Story. DeWitt ist in Wirklichkeit Gordon Freeman. Nein Quatsch, ich werde natürlich nichts über den Storyinhalt verraten.
Die Geschichte an sich ist wieder mal etwas verworren aber doch recht gut, mit einigen unerwarteten Wendungen. Die Art und Weise wie sie erzählt wird, ist aber wie schon seit BS1 mangelhaft. Wie kann man die Story nur mit Tonbändern erzählen, wo die Gefahr besteht, dass man nicht alle findet? Ich hab glaube 62 von 80 gefunden. Das heißt mir fehlen knapp 25% der Story. So was ist echt ärgerlich. Zumal man einige Dinge ja auch im Spiel erlebt, wie man sich das von der gesamten Story irgendwie wünschen würde.

Den schlimmsten Fauxpas leistet sich BSI aber beim Speichersystem. In BS1 und BS2 konnte man jederzeit frei speichern und hatte eine Quicksave Funktion (ich rede hier natürlich über die PC Version). BSI wurde auf ein dämliches Konsolen-Speicherpunkt-Schrott-System umgestellt, bei dem man nicht immer mitbekommt wann gespeichert wird, sodass es mir am Anfang einmal passiert ist, dass ich ca. 20 Minuten noch mal spielen musste. Danach haben ich z.B. wärend dem Mittagessen das Spiel einfach laufen lassen. Deswegen stehen auch 14,3 Std. bei Steam auf dem „Tacho“, obwohl ich wohl nur ca. 12 Std. gebraucht habe. Warum man sich bei BS1 und BS2 noch die Mühe macht, bei dem angeblichen Vorzeigeprojekt BSI aber nicht, will mir dabei nicht so ganz in den Kopf.

Auch wenn sich das nach viel Kritik anhört und die meiner Meinung nach auch berechtigt ist, ist Bioshock Infinite doch ein richtig geiles Spiel, mit einer Atmosphäre die aktuell Ihresgleichen sucht. Von mir eine absolute Kaufempfehlung, aber seht zu, dass ihr möglichst alle Tonbänder findet!

MfG Druzil

PS: Ich habe übrigens mit Absicht ausschließlich Screenshots aus den ersten Stunden genommen, um nicht irgendetwas zu spoilern.

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4 Kommentare zu “Bioshock Infinite – Fazit

  1. Hallo.
    Stimme voll zu was die Speichersache betrifft. Ich hab dann immer von Gebietswechsel zu Gebietswechsel gespielt.
    Was mich auch gestört hat war, das es kaum bzw. wenige ruhige Momente gab wie es sie am Ende gibt. Das hätten die Entwickler auch zwischendurch mehr integrieren können.
    So ballert man sich halt von Schachtellevel zu Schachtellevel bis alles an Gegner erledigt ist.
    Letztlich waren aber die 14 Stunden die ich benötigte, es auf jeden Fall Wert.
    Die Grafik und Sound fand ich sehr gut, so gut das ich einen Screenshot jetzt als Bild an der Wand hängen habe.
    Was die Screenshots bei Steam angeht, man kann Spoilerbalken drüber legen. Wer dann trotzdem kuckt… . ;)=

  2. Hi old_dodger und willkommen auf meinem privaten Blog.
    Das mit den Spoilerbalken wusste ich gar nicht. Da muss ich doch gleich mal nachschauen wie das geht. Danke für den Tipp.
    Das wenig Ruhe zwischendrin herrscht stimmt schon, aber da die Level so abwechslungsreich sind, ist mir das jetzt nicht wirklich negativ aufgefallen.

  3. Das Game hole ich mir auch definitv noch — aber erst für unter 30 Euro MIT Packung. Das habe ich mir geschworen, bei allem was mir heilig ist! :)

  4. Tja Sothi, den Vorsatz kenne ich irgendwo her. Hat bei mir nur nicht lange genug gehalten ;)=.

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