Brink (PC) – Ersteindruck

Ihr sucht ein gutes singleplayer Spiel, mit einer tollen Story und könnt mit multiplayer Elementen oder gar MP Titeln an sich nichts anfangen? Dann könnt ihr jetzt schon aufhören zu lesen, denn wenn Brink eins nicht ist, dann ist es ein SP Spiel. Und wenn es eins nicht hat, dann ist es eine gute und gut inszenierte Story.

So, da ihr noch weiter lest gehe ich davon aus, daß ihr auf MP Titel steht. Ja, dann seid ihr hier richtig. Denn Brink ist ein sehr auf Teamplay ausgelegter MP Shooter, mit einer netten, erweiterten Bewegungssteuerung.
Nach knapp 12 Stunden Spielzeit will ich hier mal meinen Ersteindruck zum Besten geben.
Das Spiel wird gerne mit Team Fortress 2, Mirror’s Edge und Enemy Territory: Quake Wars verglichen. Aber nur der Vergleich mit Quake Wars stimmt wirklich. Denn es übernimmt genau das System aus zu erledigenden Aufträgen und Nebenaufträgen, das Quake Wars seinerzeit schon vom Ur-Enemy Territory übernomme hat. Dabei muss man Türen und Einrichtungen sprengen, Computer und Steuerungen hacken, Fahrzeuge oder Personen eskortieren, Dokumente oder Treibstoff von einem Ort zum nächsten bringen, oder man übernimmt den jeweiligen Gegenpart dazu. Als Nebenaufträge kann man zusätzliche Durchgänge schaffen (Sprengen, Treppen reparieren usw.), Sanitäts- bzw. Kommadoposten einnehmen, die dem Team Kampfboni geben, oder schlicht jemanden Bewachen, der eine andere Neben- oder Hauptaufgabe übernommen hat.
Was hat es also mit den Vergleichen mit TF2 und Mirror’s Edge auf sich? Ich würde mal sagen nicht viel. TF2 wird wohl genannt, weil es ebenfalls auf Klassen basiert, dabei sind die Klassen in Brink fast 1:1 aus dem Ur-ET übernommen (der Fied Ops wurde gestrichen) und haben mit denen aus TF2 nur ein paar Ähnlichkeiten. Aber in erster Linie wird TF2 wohl genannt, weil Brink grafisch auch sehr comichaft rüber kommt. Aber in einem anderen Stil. Mirror’s Edge wird genannt, weil Brink sich die Bewegungssteuerung davon abgeschaut hat. Kommt dabei aber nicht an ME ran. Nur war ME ein Spiel, was um diese Bewegungssteuerung herum gebaut wurde und in Brink ist die Steuerung nur Bestandteil des Spiel. Trotzdem hüpft, klettert und rutscht man mit diesem S.M.A.R.T. genannten „System“ recht geschmeidig durch die Levels. Im Gegensatz zur Gamestar bin ich der Meinung, daß dies auch wunderbar funktioniert.
Das Spiel verlangt und unterstützt gutes Teamplay. Verlangt, weil ein Team aus Einzelgänger-Rambos nichts reisst. Unterstützt, weil auf eine Kill/Death-Anzeige komplett verzichtet wurde und man viel mehr Punkt macht, wenn man Team orientiert spielt, als nur auf Kills aus ist. In Teams die das verstanden haben, macht das Spiel auch unheimlich viel Spaß. Man wird geheilt, mit Munition versorgt und es werden die Aufträge angegangen. Das Gameplay an sich funktioniert richtig gut.

Der Sound ist ok. An die aktuelle Referenz Bad Company 2 kommt es nicht ran, ist aber auch kein Totalausfall. Die Waffen hören sich nett an und die Umgebungsgeräusche sind sehr stimmig. Die Musik ist sehr dezent im Hintergrund. So dezent, daß ich nicht mal sagen kann, ob sie atmosphärisch zur jeweiligen Situation passt. ;) Einzig die Synchronisation ist richtig schlecht. Und damit meine ich nicht etwa nur die grottenschlechte deutsche, sondern auch die nicht viel bessere englische Synchro. Wenn man jede Zwischensequenz einmal gesehen hat, drückt man sie zwar vor den Runden eh weg, aber tatsächlich ist die deutsche Synchro so schlecht, daß sie selbst wärend dem Spiel nervt. Deswegen habe ich das Spiel einfach über Steam auf englisch umgestelt. Das ist nicht ganz no nervend.
Die Grafik trifft genau meinen Geschmack. Ich mag diesen leicht realistisch anmutenden, aber doch comichaft überzeichneten Stil. Einige Texturen sind etwas matschig und manche Effekte sind lahm, dafür ist die Beleuchtung stimmungsvoll. Aus technischer sicht ist es kein highend Spiel, aber dadurch das alles passt auf jeden Fall nett anzusehen. Der Stil an sich ist natürlich Geschmacksache. In einem MP Shooter ist für mich Grafik aber eh nebensächlich.
Die Anzahl der Waffe geht in Ordnung. Je nach gewählter Körperstatur (schwer, mittel, leicht), stehen einem nur begrenzt Waffen zur Auswahl. Mit einem mittlerem Charakter, wie ich ihn spiele, hat man zwar keinen Zugriff auf die ganz dicken MGs oder die schweren Granatwerfer, aber die Auswahl an Sturmgewehren, SMGs und Pistolen ist noch genug. Leider sind die Waffen im großen und ganzen recht austauschbar und viel zu schnell freigeschaltet. Außerdem kristallisiert sich schon bald DIE EINE (oder zwei) Waffe raus, gegen die alle anderen von den Werten her keine Chance haben. Da hätte man deutlich mehr draus machen können und andere Genrevertreter zeigen, wie man es besser machen könnte. Allerdings haben die Waffen alle keine all zu große Durchschlagskraft (was auch an der starken Streuung und dem Rückschlag liegt). Soldat und Mechaniker können aber stärkte Munition austeilen oder einfach die Waffe buffen. Ich glaube ein Hardcodemodus wie in CoD oder BC2 wäre in Brink recht sinnfrei, weil man sonst all zu leicht die Gegner vom hacken oder Bombe legen abhalten könnte. Deswegen sind Granaten auch nicht die üblichen One-Hit-Kill-Monster wie in anderen Spielen. Man muss schon sehr gezielt treffen oder der Gegner schon angeschlagen sein, damit man mit Granaten einen Gegner töten kann. Aber nach Spielen, in denen Granatengespamme und One-Hit-Kills an der Tagesordnung waren, ist das mal wieder sehr erfrischend.

Die Fähigkeiten, die man mit aus Levelaufstiegen verdienten Punkten freischalten kann, sind nett und manche Dinge würde man lieber früher als später haben. Es gibt Klassen übergreifende Fähigkeiten und Klassen exklusive. So kann man z.B. für alle Klassen die Versorgungsanzeige um einen Punkt anheben und dazu noch mal z.B. für den Soldaten. Die für den Soldaten zählt dann aber logischerweise nicht für die anderen Klassen. Der Mechaniker kann einen Geschützturm freischalten und mit steigendem Charakterlevel noch zwei weitere Ausbaustufen davon. Wie in jedem Spiel dieser Art, sind die einzelnen Fähigkeiten mal mehr mal weniger nützlich. Manche erscheinen mir recht überflüssig, andere würde ich als unverzichtbar bezeichnen.

Als nächstes Feature wäre da noch die Charakter Gestaltung. Die Möglichkeiten sind nicht so ausufernd wie man das im Vorfeld hätte denken können. Trotzdem gibt es eigentlich genug Klamotten, Zubehör, Tatoos, Hüte und Masken. Da man sich am Anfang des Spiels einen Char erstellt, den man dann kontinuierlich auflevelt, kann man an dieser Stelle dem Charakter jeweils ein Aussehen für die Rebellen, sowie die Sicherheit verpassen. Man ist mit diesem Charakter nicht dazu verdammt ewig auf einer Seite zu spielen, auch wenn das beim ersten Start des Spiel so aussehen mag. Da man im leicht hektischen Kampfgetümmel kaum was von den Feinheiten der Charaktere mitbekommt, reicht es eigentlich sich auf das grobe Äußere zu beschränken. Narben, Pflaster oder kleine Tatoos nimmt man wärend dem Spiel nicht wahr. Man achtet normal viel mehr auf die Namen, die davor angezeigte Klasse oder den Gesundheits- und Munitionsbalken unter dem Namen. Die Charaktergestaltung ist schon nett gemacht, für das eigentliche Spielgefühl aber völlig irrelevant.

Noch ein Wort zur KI. Die KI kann man kurz zusammen fassen in „strunzdumm, aber trifft wie irre“. Ich habe schon Partien mit der KI gehabt, da sollten wir Dokumente an einer bestimmten Stelle abliefern. Die KI hat die Dinger in ihren gierigen Krallen gehabt und so blieb mir nichts anderes übrig, als sie zu beschützen. Ca. drei Meter vorm Ziel dreht der Typ sich plötzlich um und ballert auf Feinde. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn er dabei nicht auch noch ca. 30 Meter wieder zurück gelaufen und Feinde verfolgt hätte. In Feuergefechten mit der KI zieht man aber gerne mal den Kürzeren, denn treffsicher sind die Kerle auf jeden Fall. Aber da die KI nur zum Auffüllen der leeren Spielerplätze gebraucht wird, sollte das ausreichen.
Ein paar Macken hat Brink natürlich auch noch. Ohne geht es heute ja selbst auf den Konsolen nicht mehr. Da wäre zum einen das Problem der Abstürze. Ich hatte noch die kleine Variante, in der es reicht die Auflösung etwas runter zu drehen, damit es nicht mitten im zocken mit einer Fehlermeldung zurück auf den Desktop geht. Aber es gibt wohl auch Leute, bei denen das Spiel schon beim starten abschmiert. Dann gibt es eine Karte (Flugzeug Mission), bei der gerne mal der Sound komplett ausfällt. Dann muss man die komplette Mission ohne Sound spielen. Sehr nervig.

Dazu kommen noch die üblichen Ungereimtheiten in der Bedienung. So könnte der Serverbrowser mehr Filteroptionen vertragen und es wäre toll, wenn der LAN Modus auch komplett ohne Internetverbindung funktionieren würde. Außerdem ist die Anzahl der Map recht überschaubar. Da wird hoffentlich noch ordentlich nachgeliefert und das am besten kostenlos.
Im großen und ganzen bin ich aber schon ziemlich begeistert von Brink. Es kann nicht mit den großen Schlachten und der Taktik eines BC2 oder BF2 mithalten, aber das Teamplay an sich wird gerade auf public Server wesentlich besser angenommen als bei anderen Shootern. Die online Matches laufen sehr lag- und ruckelfrei. Die Karten sind gut gestaltet, mit einigen alternativen Routen, auf denen man dann auch das S.M.A.R.T. System stärker einsetzen kann, als auf den Hauptrouten. Klar ist auf jeden Fall, daß das Spiel nicht jedermanns Geschmack treffen wird. Wer früher ET oder QW gespielt hat wird sich hier heimisch fühlen. Für typische CoD Spieler ist das Spiel nichts, weil es mehr Wert auf Teamplay legt als aufs reine ballern, die eigene K/D Rate und die Gegner nicht so leicht sterben (man selbst aber auch nicht).

MfG Druzil

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