Homefront – Fazit

Ich habe mir Homefront gekauft!
So, jetzt ist es raus. Und nein, ich schäme mich deswegen nicht.
Nach längerer Zeit habe ich also mal wieder ein Thema, über das ich schreiben kann. Die letzte Zeit bestand bei mir nur aus CoD:BO Herrschaft (~90 Stunden) und Test Drive Unlimited 2 (knapp 50 Std.), was ich von den ganzen Magazinen nach wie vor als viel zu schlecht bewertet ansehe.
Jetzt habe ich also Homefront und ich hatte mich im Vorfeld eigentlich schon drauf gefreut. Das Szenario finde ich klasse und in den Multiplayer hatte ich einige Hoffnungen gesetzt. Zumal der MP von Frontlines: Fuel Of War schon ein paar spaßigen Stunden geboten hat. Aber fangen wir vorne an.

Das Spielgerüst:
Die Grafik ist sicher nicht die beste, aber sie ist stimmig und es wird teilweise mit tollen Farben und Lichtern gespielt. Beispiele dazu könnt Ihr euch in meiner neuen Steam Screenshot Galerie anschauen. Daß allerdings eine Grafik, die noch nicht mal mit der leicht angestaubt wirkenden Grafikengine der CoD Reihe mithalten kann, meinen aktuellen PC in die Knie zwingt, wenn im MP viel los ist, finde ich lächerlich. Deswegen fallen für mich nach gestern Abend auch die 32 Spieler Server aus und ich werde auf kleineren spielen. In gewissen Foren habe ich gelesen, daß sich die Waffen teilweise wie Tischfeuerwerk anhören würde. Das kann ich gar nicht bestätigen, denn ich finde die Waffensounds durchaus in Ordnung bis richtig gut. Der Sound an sich ist eh recht gut.
Die Steuerung ist nicht ganz so direkt und präzise wie in Call of Duty, aber auch nicht wirklich schwammig. Ich würde sagen sie ist absolut ok. Nur der Unterschied zwischen Sensitivity von normaler Sicht auf Kimme-Korn ist irgendwie zu groß. Mir kommt sie Sens in Kimme-Korn immer irgendwie zu niedrig vor. Besonders im MP ist das etwas störend.

Der Singleplayer:
Ich bin ja niemand, der Shooter mit 25 Stunden Spielzeit braucht. Ich finde für einen gut inszenierten SP Shooter sind ~8 Stunden in Ordnung. Selbst mit 6 Stunden kann ich noch leben, wenn das Spielerlebnis richtig packend ist. Was mir allerdings bei Homefront geboten wird, ist schon heftig. 4 Stunden Spielzeit!? Selbst ich habe beim Finale zwischendurch gedacht „Wie? Schon fertig? Ich hab doch gerade erst angefangen!“ Und ich bin wahrlich nicht durchgerannt. Dem SP fehlt es definitiv an Höhepunkten. Das zeigen von Massengräbern kann zwar schockieren, aber wirklich mitreißen tut es einen nicht. Dazu kommt, daß mir keiner der Mitstreiter irgendwie ans Herz gewachsen ist. Ehrlichgesagt, waren sie mir völlig egal. Aber es kann halt nicht jedes Spiel eine Tali’Zorah haben. ;) :D
Der SP ist jetzt keine Katastrophe, aber er verschenkt wirklich unglaublich viel Potential. Ich würd niemandem raten das Spiel wegen dem SP für mehr als 20 € zu kaufen.

Multiplayer:
Wie gesagt, ist das der Teil, in den ich im Vorferld die meisten Hoffnungen gesetzt habe. Jetzt hatte ich glaube genug Zeit ihn anzutesten und bin eher gespaltener Meinung. Das es mit Team Deathmatch (TDM) und Ground Control (GC) nur zwei Spielmodi gibt, beide wahlweise im Battle Commander Modus (erfolgreiche Spieler werden für alle sichtbar markiert) und mit Fahrzeugen, ist für mich erst mal kein Problem, da GC eine „King of the hill“ Variante ist, ähnlich wie Herrschaft in CoD, welches dort mein Lieblingsmodus ist. Doch ist GC keine einfache Kopie, sondern baut den Modus sinnvoll aus. So hat jedes Team eine Leiste, die sich schneller füllt, je mehr der drei Punkte auf der Karte man einnimmt und hält. Ist die Leiste eines Teams voll, verschiebt sich die Frontlinie und die Teams kämpfen ohne Unterbrechung um drei neue Punkte. Das Team das zuerst zwei mal seine Leiste gefüllt hat gewinnt.
Die Klassen kann man nach belieben anpassen. Waffen, Equipment und „Perks“ schaltet man mit der Zeit durch Levelaufstiege frei. Man ist dabei nicht wie in Bad Company 2 auf fünf Klasssen festgelegt, sondern kann wie in CoD auch fünf Klassen mit Sturmgewehr bauen. Nur die Namen kann man nicht anpassen. Das Besondere dabei ist, daß man jede Klasse mit zwei speziellen Ausrüstungen ausstattet, wie z.B. einem Raketenwerfer, ferngelenkten Drohnen und Minipanzer, oder einem persönlichen Aufklärungsflugzeug. Diese Sachen stehen einem aber nicht jederzeit zur Verfügung, sondern müssen mit Battle Points (BP) gekauft werden. Die BPs bekommt man durch Abschüsse und Einnehmen und Verteidigen der drei Punkte auf der Karte. Außerdem kann man sich mit diesen BPs Fahrzeuge und Helis kaufen, mit denen man dann auf der Karte richtig aufräumen kann. Aber genau da sind vor allem die Helis viel zu stark, wenn man sie halbwegs beherrscht. Ich habe es schon erlebt, das minutenlang zwei Helis des Gegners über dem Schlachtfeld kreisten, alles mit Raketen und MG Sperrfeuer eindeckten und mein Team absolut keine Chance hatte an Punkte zu kommen um Gegenmaßnahmen zu kaufen um die Helis vom Himmel zu holen. Deswegen spiele ich eigentlich nur noch auf Servern ohne Fahrzeuge.
Die Waffenbalance ist noch völlig unausgegoren. Snipern ist wie Mohrhuhn. Die Kugeln fliegen selbst auf 200 Meter genau da hin, wo der Fadenkreuz hin zeigt. Ein Absinken auf weite Distanz, wie es in BC2 der Fall ist, fehlt komplett. Sturmgewehre verziehen so gut wie gar nicht, auch auf weite Distanzen. Dazu kommt, daß man viel zu wenig aushält, was gepaart mit den Mohrhuhn-Snipern eine Spielspaß tötende Mischung ergibt. Das ist wohl auch der Grund, warum die Server von Sniper-Campern überschwemmt werden, wie ich es vorher in noch keinem Spiel gesehen habe. Vielleicht noch in BC2. Aber da haben mittlerweile fast alle Server die Sniperanzahl limitiert, wodurch ein viel besseres Spielgefühl entsteht.
Homefront hat also auch im MP sehr viel Potetial verschenkt. Ich kann jeden nur raten mit einem Kauf noch zu warten. Für unter 20 € kann man es kaufen. Ich ärgere mich jetzt aber auch nicht, obwohl ich knapp 40 € für die UK Version bezahlt habe. Mehr als 10-15 Stunden Spaß, werde ich mit Homefront aber wohl nicht haben.

MfG Druzil

Werbeanzeigen

2 Kommentare zu “Homefront – Fazit

  1. Wenn man deinen Bericht so ließt, bekommt man tatsächlich den Eindruck, dass da mehr hätte draus werden können. Das ein paar Monate Entwicklungszeit mehr daraus einen guten Titel gemacht hätten. Es ist schade, wenn so etwas dann immer nicht durchgezogen wird und nur halbe Sachen am Ende dabei raus kommen.

    Gruß Twaldigas

  2. Hmmm, hatte mir das Game auch überlegt, um die Wartezeit auf Duke4ever zu verkürzen… ^^

    Oder vielleicht doch lieber Bullet Storm?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s