Colin McRae: DiRT 2 – mein Eindruck

Colin McRae ist eines dieser Spiele, wo mal wieder fast alles passt. Ein paar Kleinigkeiten trüben den Gesamteindruck dann aber doch wieder. Aber eins nach dem anderen.
Nachdem ich die Ruckelprobleme im Menü (dem Wohnwagen), durch den neusten Treiber für meine HD 4850 beseitig habe, konnte ich mich richtig ins Spiel stürzen. Und daß ich innerhalb der ersten beiden Tage 13 Stunden auf den staubigen Pisten dieser Welt verbracht habe, spricht deutlich für das Spiel. Die Grafik ist eine absolute Wucht. Und das obwohl die Hardwareanforderungen recht moderat sind. Ich spiele es mit meinem System mit den zweithöchsten Details, auf 1680 x 1050 mit durchschnittlich 40 FPS. Die Strecken sehen aber nicht nur von der Technik her super aus, auch die Streckenführung und die Umgebungen sind super designt. Allerdings scheinen die Entwickler zu viel Zeit in die einzelnen Strecken gesteckt zu haben, denn die Streckenvielfalt hält sich doch deutlich in Grenzen. Dazu aber später mehr, wenn ich auf die verschiedenen Spielmodi eingehe.
Die Steuerung mit dem XBox 360 Gamepad war schon ok, aber mit Lenkrad läßt sich Dirt erst so richtig kontrollieren. Das merkt man spätestens bei Drifts um langgezogene Kurven (dazu habe ich ein kleines 18 Sek. Testvideo aufgenommen). Dabei ist die Steuerung deutlich präziser und bei weitem nicht mehr so schwammig, wie noch in Dirt1. Auch das Force-Feedback hat Codemasters diesem ziemlich gut hinbekommen. Oder genauer: so gut hat sich in meinen Augen noch kein Codemasters Rennspiel beim Force-Feedback angefühlt.
Die Atmosphäre zwischen und wärend der Rennen ist auch toll. Im Menü tummeln sich rund um den Wohnwagen Leute, die am grillen und am quatschen sind. An der Strecke johlen Fans, die sich in Kurven auch mal gerne über die Bande lehnen und dann sind da noch die Funksprüche der Fahrer. Dachte ich beim spielen der Demo noch, daß diese Funksprüche wahrscheinlich das erste wären, was ich ausschalten würde, möchte ich sie jetzt nicht mehr missen. Sie vermitteln einem ständig das Gefühl, man wäre Mitglied eines großen, bunten OffRoad Zirkus, der rund um die Welt reist um seine Zuschauer zu begeistern. Dieser Eindruck wird noch verstärkt, wenn die Fahrer nicht den Spieler ansprechen, sondern sich auch mal untereinander unterhalten und irgendwelche Sprüche reissen.
Das Levelsystem ist motivierend. Man steigt im Level auf, schaltet neue Events frei und hat Aufgaben die man erfüllen kann wie z.B. eine bestimmte Strecke (zusammengerechnet) auf zwei Rädern zu fahren oder zu springen und zu guter Letzt noch 47 Game for Windows Live bzw. XBox Live Archivements.
Kommen wir jetzt aber mal zu den Spielmodi und ihren Stärken und Schwächen.

Rally
Eigentlich die Königsdisziplin und in früheren Colin Spielen das Herzstück, ist sie in Dirt2 nur noch ein Schatten ihrer selbst. Dabei haben sie viele wirklich tolle Sachen eingebaut, die mir früher immer fehlten. Auswahl zwischen männlichem und weiblichen Beifahrer, Ansagen entweder in der „komplizierten“ original Variante, wo Kurven in 6 Stufen + Haarnadel eingeteilt werden, oder einer vereinfachten Variante, wo es nur noch 3 Stufen (leicht/schnell, mittel, scharf) plus Haarnadel gibt, bis hin zu den genialen zeitversetzten Starts, bei denen man auch wirklich seinen Vordermann einholen kann.
Was die ganzen Sache halt wieder runter zieht ist die Tatsache, daß die Etappen unheimlich kurz sind. Ein Colin McRae, Marcus Grönholm oder Sebastien Loeb würden sich über die Strecken schieflachen, müssten sie doch am Tag nur ~ 6 km fahren. Wo bitte sind die langen Rally Etappen von 15 – 25 km? Rally Kroatien umfasst z.B. gerade mal 3 Etappen mit jeweils rund 6 km. Warum kann man diese nicht als große Rally zusammen packen, daraus eine Etappe machen und von dieser großen Etappe noch 2 Stück dazu packen. Dann würde der Umfang was Rally angeht stimmen. Ich habe ja grundsätzlich nichts gegen schnelle kurze Rennen, wenn ich denn auch hier und da mal auf ausschweifenden Kursen ordentlich Zeit investieren kann.
Jeder Entwickler schiebt heute *würg* DLC nach. Also bitte Codemasters, fasst euch ein Herz und bringt einen zusätzlichen WRC Modus. Von mir aus auch für 5-10 Euro (dann aber voll lizensiert).

Trailblazer
Was zum… das ist ja das selbe wie Rally, nur ohne Beifahrer, dafür mit schnelleren Versionen bekannter Rally(Cross) Autos. Und genau das ist es auch. Wiederverwertung von Rallystrecken um den Umfang künstlich zu erhöhen? Diesen Modus zu Gunsten eines ausschweifenderen Rally Modus zu streichen, hätte Dirt2 vielleicht besser zu Gesicht gestanden. Spaß macht es trotzdem, vor allem wegen der deutlich höheren Geschwindigkeiten.

RallyCross
Kurze Strecken in Arenen, auf denen ein Starterfeld von 8 Wagen gleichzeitig startet. Actionreich, spaßig, schnell. Dieser Modus macht tierisch Spaß und hält, was er verspricht. Die Wagen sind Varianten der Rallyfahrzeuge. Wie auch schon bei Rally, hätten es auch hier ein paar mehr Strecken sein dürfen.

LandRush
Eigentlich das selbe wie RallyCross. Hier werden aber Buggys und dickere Geschosse wie z.B. ein Renn-Touareg gefahren. Spielt sich deutlich träger als RallyCross, macht aber trotzdem Spaß. Vor allem weil hier wahnsinnig weite Sprünge an der Tagesordnung sind.

Raid
Fahrzeuge aus LandRush, Strecken aus Trailblazer. So ungefähr kann man sich Raid vorstellen. Hätte man nicht unbedingt gebraucht, macht aber auch Spaß. Die ganz dicken LKWs hat Codemasters in Dirt2 aber komplett weg gelassen, was ich persönlich gut finde, weil die mich in Dirt1 doch ziemlich genervt haben.

Last Man Standing
RallyCross oder LandRush mit mehr Nervenkitzel. Am Ende eines Countdown fliegt der Letztplazierte raus (kennt man ja).

Domination
Toll aufgebohrter RallyCross bzw. LandRush. Die Strecke ist in Sektoren eingeteilt. Man hat eine bestimmte Anzahl von Runden, in denen man versuchen muss in möglichst vielen Sektoren die Bestzeit zu fahren. Der erste an der Ziellinie, muss nicht automatisch der erste auf dem Podium sein. Im Multiplayer bestimmt richtig spaßig.

Gate Crusher
Rally Strecken und Fahrzeuge. Auf der Strecke stehen kleine „Tore“ (Styropormauern?). Diese gilt es um zu fahren, um damit eine ansonsten unaufhaltsam runterzählende Zeit zu verlängern. Wer im Ziel die meiste Zeit übrig hat gewinnt.

Jetzt hört sich vor allem das mit der Streckenanzahl ziemlich negativ an. Aber aufgrund der vielen verschiedenen Gebiete, die über die ganze Welt verteilt sind, ist doch genug Abwechslung drin. Dazu kommt die super Grafik, die harten Positionskämpfe mit der KI oder anderen Spielern per Multiplayer und die tolle Atmosphäre.
Der Multiplayer ist entgegen Codemasters Tadition richtig gut gelungen. Es gibt genug Optionen, angefangen von Strecken- und Fahrzeugvorgabe, über Event- und Rundenzahl, bis zur Möglichkeit das eingestellte abzuspeichern. Die Verbindung war bei mir bisher immer sehr gut und es sind alle Modi spielbar. Und wenn man im Rallymodus seine Gegner am Start vor sich in der Reihe stehen sieht und sie nach und nach losfahren, ist das schon sehr cool gemacht.
Alles in allem kann ich Colin McRae: DiRT 2 nur jedem Rennspiel Fan ans Herz legen.
Achja… auf den Konsolen gibt es mal wieder keinen Splitscreen Modus. Sehr schwach Codemasters! Da ich aber die PC Version habe, ist mir das egal.
Und wer mal ein Rennen gegen mich fahren will, kann mich über mein XBox bzw. Windows Live Gamertag erreichen (Druzil X).

MfG Druzil

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