Nachdem ich jetzt ~4 Stunden gezockt habe, hier mein Ersteindruck von diesem Shooter/Action-Rollenspiel Mix. In der „Story“ bin ich aber noch nicht all zu weit, weil ich die ersten Levels mittlerweile 3 mal gespielt habe. Ich musste ja erst mal die verschiedenen Klassen antesten. Als erstes nahm ich mir mal die Sirene vor, aber schon recht früh merkte ich, daß der Schaden den sie raushaut irgendwie zu wenig ist. Gerade für eine Klasse, die im Multiplayer für hohen Schaden verantwortlich sein soll (genau wie der Jäger), fand ich das etwas seltsam. Kann sich aber natürlich im Laufe des Spiel noch ändern. Werde es aber bei den bisher gespielten 45 Minuten belassen, auch wenn das unsichtbar machen, der so genannte Phase-Walk, recht cool ist.
Als nächstes nahm ich mir den Soldat vor. Der kann alle 20 Sekunden ein stationäres Geschützt mit Schutzschild aufstellen, was für ihn mitkämpft, ihn (und die Gruppe) heilt oder Munitionsnachschub gibt. Diese Klasse finde ich richtig cool und wird wohl auch die werden, die ich am meisten spiele (aktuell ~2 Stunden Spielzeit und Level 11). Er selbst ist auf fette Wummen wie Sturmgewehr und Schrotflinte spezialisiert (auch wenn diese Spezialisierung etwas täuscht, aber dazu später mehr), kann aber natürlich, wie jede andere Klasse auch, sämtliche Waffen im Spiel benutzen.
Gestern habe ich dann den Jäger getestet. Ausgestattet mit Sniper-Rifles und Pistolen ist er eher der Kämpfer für die groß Distanz. Die Pistole kann man aber auch getrost gegen ein Sturmgewehr oder SMG eintauschen. Nach rund 1 1/2″ Spielstunden habe ich zwar wieder den Soldat weiter gespielt, aber den Sniper werde ich bestimmt öfter mal wieder auspacken.
Brick ist schon nur von der Beschreibung her nicht mein Ding. Ich fand schon immer das es etwas doof aussieht, aus der Ego-Ansicht mit den Fäusten zu kämpfen. Und das ist genau was Bricks „Rage“-Spezialmanöver macht. Also ungespielt ausgeschlossen. ;) :D
Jetzt mal zur Spezialisierung. Man hört immer nur vom Geschütz des Soldat oder dem Falken des Jägers. Der ein oder andere wird sich bestimmt schon gefragt habe, was die denn sonst noch können. Antwort: Nichts! Kein Scherz! Die komplette Spezialisierung im Skilltree beschränkt sich auf Passive Dinge, für das Geschütz (Falken, Phase-Walk, Rage) oder sich selbst. So kann man zwar das Geschütz sich und die Gruppe heilen lassen, mehr Schaden machen oder Munition verteilen lassen, dies funktioniert aber nur alle 20 Sekunden. So lange ist die Abklingzeit des Skills. Diese Zeit kann man im Skilltree noch etwas drücken, ein MMO wie WoW oder WAR, mit abwechslungsreiche Skills, wird es aber nie. Da hat Gearbox leider etwas Potential verschenkt. Allerdings ist der Ansatz und die Motivation von Borderlands auch wo anders zu suchen. Nämlich im 4 Spieler Coop und in der Sammelsucht nach neuen Waffen. Und das muß man dem Spiel lassen, die funktioniert hervorragend. Ständig fallen mir neue Schießprügel vor die Füße. Ständig stehe ich irgendwo und vergleich Werte, teste neue Waffen an Feinden oder schaue was die Händler so neues an Spezialangeboten zu bieten haben.
Die Klassen haben in ihren Talentbäumen spezielle (passive) Skills, die z.B. den Schaden ihrer Standard-Waffen erhöht. Es gibt aber auch Skills, die allgemein den Schaden erhöhen, egal welche Art von Waffe man benutzt. Skillt man also die allgemeinen Skills und läßt die spezifischen weg, ist es egal welche Waffe man gerade benutzt. Dazu verbessert man Waffengattungen durch den bloßen Gebrauch. So bekommt man mit der Zeit höhere Ladegeschwindigkeit oder Präzision usw.
Die Kritik in einigen Tests, daß es keine Rüstungen oder sonstige Items gibt, kann ich zwar ein bischen nachvollziehen, aber finde diesen Umstand keineswegs als störend, oder als fehlendes Feature. Zumal diese Aussage so auch nicht ganz richtig ist. Man hat neben den Waffen noch jeweils einen Platz für einen Schildgereator, Granaten- und Klassen-Mod. Dazu kommt ein Platz für Artefakte und die Möglichkeit die maximale Menge an mitnehmbarer Munition der einzelnen Waffenarten zu steigern. Alles in allem ist das völlig ausreichend und motivierend. Zusammen mit Geldstrafen für das Wiederbeleben und eventuellen Munitions- und Heilpäckchenkauf sorgt es dafür, daß man zumindest bis Level 10 nicht gerade im Geld schwimmt. Meistens kann ich mir die tollen Angebote an den Händlerautomaten gar nicht leisten. Wer sich dazu beim Skillen nicht richtig überlegt was er tut und öfter mal an den „New U“ Stationen seine Skillung verlernt um die Punkt neu zu verteilen, der ist schnell pleite.
Wem es nichts ausmacht, daß die Story ziemlich unter geht, wer auf Shooter steht, aber auch gerne immer besseren Items hinterher hetzt, dem kann ich Borderlands wirklich ans Herz legen. Ich bin jedenfalls recht begeistert von diesem Spiel.
MfG Druzil
PS: Kleiner Nachtrag.
Hier noch Links zu den „Talentbäumen“ der vier Charaktere:
Roland der Soldat
Lilith die Sirene
Mordecai der Jäger
Brick der… naja Brick halt
Meine vorerst mal vorgesehene Skillung für den Soldaten sieht so aus:
Druzil der Soldat



























